Wandern ist ja bekanntlich so eine Sache. Für die einen ist es pure Entspannung, für die anderen ein anstrengender Kampf gegen den inneren Schweinehund. Aber wenn man die Tegernseer Hütte ins Visier nimmt, sollte man sich auf ein Abenteuer gefasst machen, das einem noch lange in Erinnerung bleibt – ob man will oder nicht!
Wir haben den Einstieg vom Parkplatz Roß-/Buchstein in Kreuth gewählt, ohne zu wissen, dass dies die schwierigere Route ist. Der einfachere Einstieg ist vom Parkplatz Klamm.
Der Weg zur Tegernseer Hütte ist nichts für schwache Nerven. Schon nach den ersten paar Metern auf der serpentinartigen Holztreppe fragt man sich, ob man die Zeit nach dem letzten Urlaub wirklich so unsportlich verbracht hat. Die Stufen scheinen steiler zu sein, als man es nach der Beschreibung im Reiseführer zu hoffen geglaubt hat und der Rucksack ist schwerer als beim Packen. Nach über 2 Stunden und 600 Höhenmetern erreicht man dann die Baumgrenze, der Wald lichtet sich und auf einer Art Plateau hat man einen fantastischen Blick auf die Hütte und die umliegenden Berggipfel.



Von hier hat man die Wahl zwischen einer leichteren Variante, bei der man den Roßstein umrundet und von Norden den Anstieg zur Hütte erreicht, oder man entscheidet sich als geübter Wanderer für den Klettersteig, der aber Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erfordert. Die leichte Variante dauert ca. 50 Minuten, die schwerere ca. 20. Minuten. Egal für welche Alternative man sich entscheidet, der Höhepunkt ist immer der Moment, in dem man glaubt, die Hütte hinter der nächsten Kurve zu sehen – nur um dann festzustellen, dass es nur ein besonders hoher Felsen ist. Aber keine Sorge, es gibt genug Gelegenheiten, um sich zu setzen und die Aussicht zu genießen. Oder den eigenen Zustand zu beklagen…
Oben angekommen ist es ein Paradies in den Bergen. Aber Moment mal, wer hat diese Hütte eigentlich auf diesen Felsen gebaut? Und warum? Na egal, die Aussicht auf 1680m ist atemberaubend, der Schweizer Wurstsalat und das alkoholfreie Weißbier geben neue Energie für den Abstieg.





Wo es rauf geht, geht es bekanntlich auch wieder runter. Das dies oftmals der schwierigere Teil ist, werden die geübten Wanderer wissen. Die Oberschenkel brennen, die Knie zittern an der ein oder anderen Stelle, die Füße schmerzen und nur der Gedanke an das nächste Abenteuer hält einen irgendwie doch aufrecht. Wie bei allen Ausdauersportarten findet der größte Teil dann doch zwischen den Ohren statt.

Fazit:
Die Tegernseer Hütte ist ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst. Es ist eine Wanderung voller Höhen und Tiefen – im wahrsten Sinne des Wortes. Aber genau das macht den Reiz aus, oder? Denn am Ende des Tages sind es die Geschichten von steilen Anstiegen, fantastischen Ausblicken, dem tagelangen Muskelkater, die man gerne erzählt. Und irgendwann, wenn die Strapazen und Schmerzen vergessen sind, packt es einen doch wieder.