
Schon der Flug fühlte sich wie ein langsames Herauslösen aus dem Alltag an. Mit Thai Airways ging es von Frankfurt über Bangkok in den hohen Norden Thailands, nach Chiang Rai – eine Region, die leiser ist als der touristische Süden, grüner und ursprünglicher. Nach der Landung erwarteten uns bereits unser Guide Aoy und der Fahrer, den wir nur „Papa“ nannten, mit einem warmen Lächeln. Da unser Hotel noch nicht bezugsfertig war, gab es kein langes Ankommen, kein Zögern – wir stiegen ins Auto und tauchten direkt ein.
Schwarzes Holz und stille Wucht
Unsere erste Station war das vom thailändischen Handwerker Thawan Duchanee entworfene Ban Dam, auch bekannt als das „Schwarze Haus“. Ein Ensemble aus 15 dunklen Gebäuden, komplett aus schwarzem Teakholz geschnitzt. Die Häuser liegen verstreut in einem parkähnlichen Gelände, jedes für sich ein Kunstwerk. Schädel, Hörner, schwere Holztüren, geschnitzte Säulen – alles wirkt roh, kraftvoll und ein wenig verstörend. Baan Dam ist kein Tempel im klassischen Sinn, sondern ein Ort, der mit Tod, Vergänglichkeit und Spiritualität spielt.








Ein Tempel in Blau
Danach ein völliger Stimmungswechsel: der Blaue Tempel (Wat Rong Suea Ten). Leuchtend blau, fast surreal, mit goldenen Akzenten und weißen Details. Wo andere Tempel Zurückhaltung üben, strahlt dieser mit voller Absicht. Im Inneren sitzt ein strahlend weißer Buddha, umgeben von tiefblauen Wänden, die mit filigranen Mustern und mythologischen Figuren verziert sind. Alles wirkt modern und gleichzeitig zutiefst spirituell. Das Blau scheint zu kühlen – dabei war es an dem Tag gar nicht heiß 😉




Weiß, blendend und voller Symbole
Der dritte Halt des Tages war der wohl bekannteste Ort in Chiang Rai: der Weiße Tempel (Wat Rong Khun). Schon von weitem blendet das Weiß, das fast unwirklich wirkt. Der Tempel ist über und über mit Spiegelstücken besetzt, die das Licht in alle Richtungen brechen. Beim Betreten führt der Weg über eine Brücke, unter der sich hunderte ausgestreckte Hände aus dem Boden erheben – ein eindrucksvolles Symbol für menschliches Verlangen und Leid. Innen wie außen steckt jedes Detail voller Bedeutung, nichts ist zufällig. Der Weiße Tempel ist Kunst, Kritik und Glaube in einem.







Die drei außergewöhnlichsten Tempel in Chiang Rai – Schwarz, Blau und Weiß
Drei Orte, drei Stimmungen, drei völlig unterschiedliche Welten – und doch erzählen sie alle vom selben: vom Menschsein, vom Glauben und von der Suche nach Sinn. Chiang Rai zeigt sich hier nicht nur als Reiseziel, sondern als Bühne für Kunst, Spiritualität und große Gedanken. Und genau deshalb bleiben diese Tempel noch lange im Kopf – selbst wenn man längst weitergereist ist.
Ankommen
Erst am Abend, als wir schließlich unser erstes Hotel (Laluna Resort) bezogen und eine Runde durch den Pool geschwommen waren, wurde das Tempo langsamer. Die Eindrücke des Tages hallten noch nach – und ein erstes Gefühl dafür, wie vielfältig der Norden Thailands sein wird. Chiang Rai hatte uns ohne Umwege empfangen. Und wir waren angekommen…
Die wichtigsten Informationen im Überblick:
Ban Dam Museum, Link zu weiteren Informationen
Blauer Tempel Wat Rong Suea Ten, Link zu weiteren Informationen
Weißer Tempel Wat Rong Khun, Link zu weiteren Informationen
Hotel Laluna Resort, Link zur Website
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