Thailand – Tag 5

Die Su Tong Pae Bambusbrücke in Mae Hong Son führt durch Reisfelder direkt zum Tempel Wat Tham Poo Sa Ma.

Zwischen Bambus und stillen Seen

Unser erster Stopp des fünften Tages war die Su Tong Pae Brücke – mit rund 500 Metern Länge gilt sie als die längste Bambusbrücke Thailands. Ursprünglich wurde sie von den Dorfbewohnern gebaut, damit die Mönche des nahegelegenen Tempels Wat Tham Poo Sa Ma morgens trockenen Fußes durch die Reisfelder gelangen konnten. Heute verbindet sie nicht nur Dorf und Tempel, sondern ist auch einer der bekanntesten Orte der Provinz Mae Hong Son geworden.

Schon beim Betreten spürt man, wie die Bambusplanken leicht nachgeben und sanft unter jedem Schritt federn. Die Brücke zieht sich wie eine schmale Linie durch Reisfelder und kleine Wasserläufe, vorbei an einfachen Hütten der Reisbauern. Je nach Jahreszeit leuchtet die Landschaft sattgrün, goldgelb oder trocken erdig – doch die besondere Ruhe dieses Ortes bleibt immer dieselbe.

Zwischen Freude und Melancholie: Die goldene Skulptur an der Su Tong Pae Brücke symbolisiert die zwei Seiten des Lebens.

Zwischendurch bleiben wir immer wieder stehen, um die Landschaft und die Weite zu genießen. Es ist einer dieser Orte, an denen scheinbar nichts passiert – und genau das in diesem Moment alles ist. Besonders schön finden wir den Gedanken hinter dem Namen „Su Tong Pae“, der sinngemäß für ein Gebet steht, das auf dem Weg über die Brücke wahr wird. Irgendwie passt das perfekt zu diesem stillen, fast meditativen Ort.

Schlammpackung für die gestresste Europäerhaut

Danach stand ein Programmpunkt auf dem Plan, bei dem wir zuerst nicht ganz sicher waren, ob das wirklich unser Ding ist: das Phu Klon Mud Spa bei Mae Hong Son.
Schwarzer Mineralschlamm aus heißen Quellen, Gesichtsmasken mitten im Grünen und Wellness, die angeblich besonders gut für die Haut sein soll – klang für uns zunächst irgendwo zwischen Naturheilkunde und sehr mutigem Selbstversuch.

Schon beim Ankommen wurde aber klar, dass hier niemand Stress hat. Alles lief ruhig, freundlich und angenehm unspektakulär ab. Keine sterile Luxus-Wellnesswelt, sondern eher ein entspannter Ort, an dem man sich einfach treiben lässt. Während draußen der Dschungel dampfte, saßen drinnen Menschen mit schwarzen Gesichtsmasken erstaunlich zufrieden nebeneinander und schienen ihr Leben komplett im Griff zu haben.

Was erst ungewohnt klang, wurde dann tatsächlich zu einem der entspanntesten Momente der Reise. Der warme Schlamm auf der Haut, die Ruhe, das langsame Tempo und die Gesichtsmassage – alles zwang uns, einen Gang runterzuschalten. Kein „Sightseeing“, kein Programm abhaken, sondern einfach mal still daliegen und nichts tun.

Ein Stück China in Thailand – und ein Ort für Verliebte

Baan Rak Thai hat uns komplett überrascht – allerdings anders, als wir erwartet hätten. Statt eines verschlafenen Bergdorfs fanden wir eine Mischung aus chinesischer Filmkulisse, Selfie-Hotspot und Honeymoon-Magnet mitten im Nirgendwo Nordthailands.

Zwischen Teeplantagen, roten Laternen und dem künstlich-romantisch inszenierten See wirkt vieles auf den ersten Blick unglaublich idyllisch. Genau deshalb pilgern vor allem Paare aus Bangkok oder Chiang Mai hierher: ein Wochenende Nebel, Bootsfahrten und Fotos vor spiegelglattem Wasser – fertig ist der romantische Kurztrip.

Für viele Thais scheint das der perfekte Honeymoon-Ort zu sein. Für uns Europäer fühlte es sich dagegen eher nach einer perfekt durchgeplanten Instagram-Romantik an. Zu viele Fotospots, zu viele kitschige Kulissen, zu viele Unterkünfte, die alle dieselbe „romantische“ Atmosphäre verkaufen wollen.

Und trotzdem: Genau dieser Kontrast macht Baan Rak Thai spannend. Während am See Paare in traditionellen Kostümen für Fotos posieren, werden wenige Meter weiter Lieferwagen bis unters Dach beladen, Händler verkaufen kandierte Früchte und Mopeds knattern durch die engen Straßen. Irgendwo zwischen Massentourismus, chinesischem Bergdorf-Flair und Thailand-Alltag hat der Ort dann doch wieder seinen ganz eigenen Charme.

„Schweiz Thailands“

Noch einmal ganz anders wurde es in Baan Ruam Thai (Pang Oung). Kiefern, ein stiller See, kühle Luft – eine Landschaft, die so gar nicht in das gewohnte Bild von Thailand passt. Von daher ist es schon ein Geheimtipp, abseits der klassischen Touristenrouten.

Nach einer Runde im Pool ließen wir den Abend dann auf dem Nachtmarkt von Mae Hong Son ausklingen.

Pool mit Aussicht

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